Artikel teilen! Finde den Fehler - das Chemnitzer EKKo II beleuchtet die demografische Entwicklung im Kinder und Jugendbereich falsch!: Heute soll der Chemnitzer ...
Heute soll der Chemnitzer Stadtrat im Rahmen des
Konsolidierungsprogrammes EKKo II eine weitere Kürzung der Mittel für die Jugendarbeit in Höhe von 590.000 Euro beschließen.
Maßnahmebezeichnung: “Reduzierung der kommunalen Zuschüsse an Freie Träger für die Förderung von Angeboten nach §§ 11 bis 16 SGB VIII zusätzlich zu den bereits beschlossenen EKKo-Maßnahmen
51/05-1, 51/05-2 und 51/05-3 um jährlich 590.000 €, entsprechend der demografischen Entwicklung.”
Zur Begründung dient in der Beschlussvorlage eine Auflistung der Anzahl der 0- bis 27-Jährigen Einwohner wie folgt:
31.12.1992: 90.873
31.12.2002: 64.417
30.04.2012: 57.454
So einfach ist das leider nicht, denn wo bleibt dabei eine Gegenüberstellung der in 1992, 2002 und 2012 tatsächlich zur Verfügung stehenden Mittel? Und zwar nicht nur gemessen an den kommunalen
Zuschüssen, sondern vor allem auch an den Anfang der Neunziger Jahre geförderten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sowie an den Zuschüssen aus der früher viel höheren Landesförderung des
Freistaates.
Noch dazu nimmt eine zahlenmäßige Abbildung, wie in der EKKo II-Vorlage dargestellt, nicht im geringsten Rücksicht auf die tatsächlichen Bedarfslagen in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und
Familien, welche sich seit 1992 natürlich verändert haben.
Selbst wenn man nur bei einer Betrachtung der Zahlen bliebe, so ist allein schon die Begründung der geplanten Kürzungen mit der demografischen Entwicklung falsch!
Die Wahrheit ist, dass die Alterskohorte der heute 17-Jährigen sozusagen die “Talsohle” der demografischen Entwicklung in Chemnitz bildet. Die Zahl der nachrückenden Alterskohorten, also die der
jüngeren Kinder und Jugendlichen als potentielle Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtungen steigt!
Sie werden bei einer bis 2015 mit EKKo I und EKKo II durchzusetzenden Gesamtkürzung von rund 1,99 Millionen Euro vor verschlossenen Türen stehen, denn das entspricht mindestens 20 größeren, oder 40 bis 50 kleineren und mittleren Jugendhäusern, Beratungsstellen, Einrichtungen, Diensten, Anlaufstellen in der Straßen- und Schulsozialarbeit undLeistungsangeboten in der Jugendberufshilfe. Dabei wird schnell deutlich, dass allein schon EKKo I ein großer Fehler war.
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