Museum vs. Ferienlager?

Veröffentlicht auf von Jan Koch

Die Stadt Chemnitz verschafft Kindern freien Eintritt in städtische Museen. Das ist löblich, allerdings bezahlen dies unterm Strich ausgerechnet einkommensschwache Familien! Die Stadt gefährdet die Teilnahme der bedürftigen Kinder an den Ferienlagern mehrer freier Träger der Jugendhilfe, indem sie sich an den dafür vorgesehen Mitteln für die Jugendarbeit bedient. Siehe dazu auch die folgenden Presselinks und unsere Pressemitteilung:

http://www.youtube.com/watch?v=PnU-uXRYsOQ
http://die-verreiser.de/alle_news.html
http://die-verreiser.de/presse_aktuell.html
http://www.kindervereinigung-chemnitz.de
http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=442429
http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=440329
http://www.radiochemnitz.de/index.php?newsID=137457&view=news#NEWS_137457
http://freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/1505565.html

Am 04.06.2009 nachträglich gesetzte Links:

http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=455108
http://www.youtube.com/watch?v=LDzncVEb3s0

Hier unsere eigene offizielle Pressemitteilung:


Pressemitteilung
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Stadt Chemnitz demonstriert Kinderfreundlichkeit auf Kosten von Kindern einkommensschwacher Familien

Ferienangebot der KINDERVEREINIGUNG Chemnitz e.V. massiv von Kürzungsplänen der Verwaltung betroffen

Bei genauer Betrachtung ist es ein Skandal: Zur Finanzierung eines imageträchtigen Angebotes der Stadt Chemnitz - es geht um den kostenfreien Besuch von Kindern und Jugendlichen in Museen – friert die Verwaltung der Stadt Chemnitz die Zuwendungen im Bereich der Förderrichtlinie "Maßnahmen der Kinder- und Jugenderholung" für Kinder aus einkommensschwachen Familien ein.
Zunächst einmal muss klar gestellt werden: Die KINDERVEREINIGUNG® Chemnitz e.V. begrüßt grundsätzlich alle Maßnahmen, die zur Bildung von Kindern beitragen, so auch den kostenlosen Eintritt für Kinder in die städtischen Museen! Nur sollte dies nicht auf Kosten der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft passieren.
Konkret heißt das: Die elterneinkommensabhängige, anteilige Förderung von Ferienlageraufenthalten für bedürftige Familien steht zur Disposition, um eben jene Museums-Aktion zu refinanzieren. Die Stadt verzichtet nicht etwa auf das Eintrittsgeld der Kinder, sondern nimmt es ihnen an anderer Stelle einfach wieder weg! Derzeit haben bereits über 100 Familien allein bei der KINDERVEREINIGUNG Chemnitz e.V. einen derartigen Antrag gestellt, der nun zur Disposition steht, was ganz konkret heißt, dass die betroffenen Kinder möglicherweise nicht an Freizeit- und Erholungsmaßnahmen teilnehmen können. Wie viele Anträge bei anderen Trägern hinzukommen, z.B. bei der evangelischen Gemeindejugend, der Sportjugend Chemnitz oder bei anderen Trägern, bleibt offen.

Doch damit nicht genug. In der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Stadt Chemnitz sollen die Stadträte erneut über die Kürzung des Projektes “die-verreiser” der KINDERVEREINIGUNG Chemnitz e.V. (§11 SGB VIII, Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen, außerschulische Jugendbildung, internationale Jugendarbeit) entscheiden. Von ursprünglich 2,0 VZÄ bleiben nach der aktuellen Vorlage nur 1,8 Stellen übrig. Dies scheint auf den ersten Blick nicht gerade dramatisch, ist es aber! Denn somit fehlen seit dem 1. Januar 2009 ca. 400 Arbeitsstunden im Jahr. Unabhängig davon leisten die hauptamtlichen Mitarbeiter des Projektes schon jetzt sehr motiviert Hunderte Stunden an zusätzlichem Engagement, quasi ehrenamtlich. Der tatsächliche Abreitsaufwand ist so nicht mehr zu decken.

Konkret hat das zur Folge, dass insbesondere Maßnahmen, welche in der Vorbereitung und Durchführung einen außerordentlich hohen Aufwand erfordern, pädagogisch aber besonders wertvoll sind, schon in 2009 nicht mehr durchführbar sein werden. Dem steht ein klar wachsender Bedarf gegenüber.
„Wir haben inzwischen 205 Anmeldungen von Kindern und Jugendlichen mehr, als zum gleichen Zeitpunkt in 2008,“ so Mathias Hofmann, Geschäftsführer des Vereins und weiter: „Dies allein spricht für eine begeisterte Annahme des Projektes durch die Eltern und Kinder und den hohen Bedarf, den dieses Angebot übrigens schon seit 19 Jahren deckt! Dementsprechend höher ist auch der Bedarf an ehrenamtlichen Jugendleitern, welche wir selbst akquirieren und ausbilden.“
Jährlich sind demnach ca. 150 ehrenamtliche Betreuereinsätze zu koordinieren, Tendenz steigend. Nicht nur die ehrenamtliche Verantwortungsübernahme, sondern allein schon die umfassende Ausbildung der Betreuer und Betreuerinnen in jährlich mehreren Bildungsgängen trägt zur Persönlichkeitsförderung der vornehmlich jungen Menschen bei, welche oft selbst dem Einzugsbereich des Kinder- und Jugendhilfegesetzes entsprechen. Diese Leistung wäre an sich schon eine gesonderte Projektfinanzierung wert und wird von den “verreisern” quasi “nebenbei” getätigt!

Für die KINDERVEREINIGUNG Chemnitz e.V. steht fest: Sowohl eine anteilige Stellenkürzung als auch eine Reduzierung der einkommensabhängigen Zuschüsse für die Eltern sind das falsche Signal, zumal es keine Transparenz und gleichberechtigten Auseinandersetzungen seitens des Jugendamtes zu diesem Thema gab, sondern einmal mehr nur vollendete Tatsachen.
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Veröffentlicht in die verreiser

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S
Sehr interessanter Artikel,Ich würde sagen die ganze Seite gefällt mir schon sehr.Danke für all diese Infos.Weiter so!
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J
Das Sachsen Fernsehen hat nachgehakt:<br /> <br /> http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=455108<br /> http://www.youtube.com/watch?v=LDzncVEb3s0
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J
Auch heute sind wieder Eltern zu uns gekommen: Das Jugendamt erteilt keine Zuwendungsbescheide weil das Geld fehlt und weil nach wie vor von den Eltern völlig unsinnige Einkommensnachweise verlangt werden. Wie sollen Eltern fristgerecht zu einem Zuwendungsbescheid kommen, wenn Sie Einkommensnachweise erbringen müssen, die den Zeitpunkt der Abreise mit erfassen? In den allermeisten Fällen gibt's den einen Monat nach dem Ferienlager. Die fristgerechte Beantragung wird aber einen Monat vor Fahrtbeginn verlangt. Dazu kommt, dass das Antragsverfahren mitten im laufenden Jahr einfach ohne Information geändert wurde. Die Eltern binden sich (egal bei welchem Träger) an eine Teilnahmebestätigung, von der sie nicht wissen, ob sie die jemals werden bezahlen können. Wir (die Kindervereinigung) bieten den (bei uns derzeit 114) Eltern sogar die Sicherheit, kostenfrei von diesem Vertrag zurücktreten zu können, was ja immer noch heißt: Du bist nicht dabei! Aber selbst diese Regelung hilft den Eltern nicht, wenn die Stadt sich nicht rechtzeitig VOR Fahrtbeginn positioniert. Der Jugendhilfeausschuss hat etwas anderes versprochen. Gilt das auch für Frau Lüth, die die Eltern, das Jugendamt und die Träger in eine unmögliche Situation bringt? Die Zeit drängt und drängt, in einem Monat beginnen die Ferien ...<br /> <br /> Jan Koch
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